Bamberg

Von Bären und ihrem natürlichen Umfeld

 

Am Samstag, dem 9. April, ging es für den Passauer Lacrosse Verein gut ausgeruht aufgrund der langen Spielpause in der SDLL nach Bamberg, um dort gegen die Mannschaften aus ebendiesem und Stuttgart anzutreten. Frisch und munter startete die erste, weil schiedsrichtende, Fraktion schon gegen sechs Uhr morgens, um dann auch bereits gegen neun Uhr, nach ausgiebigem Frühstück in einem amerikanischen Spezialitätenrestaurant, in Bamberg bei den Bears anzukommen.

Im ersten Spiel des Tages stießen die beiden Verfolger der Tabelle, Stuttgart und Bamberg, aufeinander, und der Passauer Mannschaft wurde zu diesem Zeitpunkt auch schon klar, dass die klimatischen Bedingungen der letzten großen Schlammschlacht, welche im Herbst in Bratislava stattgefunden hatte, bei weitem noch übertroffen werden sollten. Denn der April machte seinem Namen alle Ehre und bot (fast) alles auf, was er an himmlischen Ergüssen zu bieten hatte. Einen Heimvorteil erhielt Bamberg also nicht unbedingt durch den mit zunehmender Zeit immer tiefer werdenden Rasen. Doch war das Fanaufkommen in dem ursprünglich schon 1986 gegründeten Club, allerdings mit dem Augenmerk auf die amerikanische Variante des Fußballs, ungetrübt und üppig. Angetrieben von diesen legten die Bären ein großes Kampfspiel hin, verloren aber dennoch deutlich gegen die gut aufgestellten Stuttgarter, und, schlimmer für die oberfrrrängische Zuschauermenge, das leider ohne eigenen Torerfolg.

Anschließend begann der Triumphzug der an diesem Tag unbezwingbaren Passauer. Doch der Reihe nach; zunächst ging es gegen die starken Stuttgarter, die zum einen ein zahlenmäßig sehr starkes Team beisammen hatten und auf der anderen Seite zwar bereits einmal 80 Minuten hinter sich hatten, aber das eben wegen der Anzahl der Spieler und der zusätzlichen zugigen Kälte eher als Vorteil der Mannschaft gewertet werden konnte. Man hatte sich gut eingeschossen, und deshalb war erste Spielerpflicht der Passauer, den reichlich vorhandenen Wind aus dem Stuttgarter Segel zu nehmen. Dieses gelang auch bestens, man ging schnell und sicher, aufgrund der konzentrierten Spielweise der gesamten Mannschaft, mit 6:0 in Führung und umschiffte selber (wobei vor allem Flo Klaus und Jürgen Eckel als wahre Amphibien hervorgehoben seien) manch verschlammte Abwehrklippe. So ging man mit dem Halbzeitstand von 7:1 gelassen in die zweite Spielhälfte, welche ebenso klar dominiert wurde, und der Endstand von 14:2 Toren spiegelte die sehr gute Leistung vor allem der Defense um den sicheren Goalie Carsten K. (auf persönlichen Wunsch geändert), den Midies mit starken und zahlreich gewonnenen Face-offs, sowie der abschlusssicheren Attack, deren Angriffsbemühungen meist damit endeten, dass die Kugel ein ums andere Mal wie der sprichwörtliche Fisch im Netz zappelte.

Das änderte sich auch im zweiten Spiel nicht wesentlich, denn die Treffsicherheit der Passauer war an diesem Tag einfach sehr gut. Gegen die gastgebende Mannschaft aus Bamberg, die aber nicht in ihrer Bestbesetzung antreten konnte, erspielte man sich einen 13:1 Erfolg und feierte so die ersten beiden Siege in der SDLL in dieser Saison.

Doch nun stehen die Wochen der Wahrheit an, es geht noch einmal gegen alle Teams der SDLL und eine Play-Off Qualifikation wäre schön, aber sie ist nicht sicher. Deshalb sollte man den Schwung aus diesen beiden Spielen mitnehmen, ein bereits ansehnliches Spiel weiter verbessern und auf rege Beteiligung an Spieltagen bauen.

Und wer bei diesem denkwürdigen Spieltag in Bamberg dabei gewesen ist, der wird über das Wetter geflucht, geheult, gezetert haben, ist im Nachhinein den Verantwortlichen der Bamberger Seebären jedoch äußerst dankbar; denn nun ist ein weiteres Mal bewiesen, dass der PLV diese Bedingungen mit links meistert, ja geradezu benötigt, um sein Spiel in seiner vollen Dynamik und Durchschlagskraft zu entfalten.

Sollte es also letztendlich nicht reichen für die Play-Offs, so wird der PLV in der nächsten Saison dafür eintreten, alle Spieltage der SDLL in den April zu legen.

 

Ein Bericht von James Stange