Heidelberg 2005

Riiiiiiiiiing. Dieses Geräusch, was am Morgen des 23. April 2005 um 6.XXh bei vielen höchstens Empörung und Verfluchungen auslöste, sollte bald der Anfang eines wunderbaren und ereignisreichen Lacrosse-Wochenendes werden. Dieses nicht erkennend schaffte es nicht jeder, sofort freudig aus dem Bett zu springen und sich auf den Weg Richtung Ex-Platz zu begeben (nicht wahr,…!). Doch schließlich um 8.30h mit zwei akademischen Vierteln Verspätung brachen dann neun verschlafene Geister aus Passau Richtung Heidelberg auf. Weitere Spieler sollten in Autos folgen.

 

Die Euphorie über den Spieltag kam zunächst nur schleppend in Gang und verlief damit parallel linear zur Geschwindigkeit des gemieteten Kleinbusses. Während der erste Fahrer (Namen werden bewusst ausgeblendet) beteuerte, dass der 140PS Motor nur eine Höchstgeschwindigkeit von 80km/h erlaube, bewiesen nachfolgende Fahrer/innen, dass auch Autos älteren Semesters durchaus mit sich verhandeln lassen. Allerdings muss hinzugefügt werden, dass der Bus sich nur mit `ständigem Kühlwassernachfüllungen´ bestechen und bewegen ließ, was wir beim Antritt der Fahrt natürlich noch nicht durchschaut hatten. Schließlich fuhr der Bus jedenfalls 160 km/h und Heidelberg rückte wieder in erreichbare Nähe.

 

So kam es, dass letztlich nach 5 (!!!) Stunden Fahrt – zugegeben Verpflegungspause eingerechnet, aber trotzdem– um 12.30h das Ziel erreicht war (wie war das noch gleich: „In drei Stunden ist man locker in Heidelberg!?! ;) Für die Mädels bedeutete die ersehnte Ankunft allerdings alles andere als Erleichterung, sondern direkt aus dem Wagen auf’s Feld zu sprinten und 5 (!!!) Minuten später gegen Köln anzutreten. Eine Kölnerin hatte schnell das Nachsehen und bekam die Auswirkungen am eigenen Leibe zu spüren: Ihr Nasenbein musste – sei es aus Gründen der Unkonzentration oder vielleicht auch als Frustventil (nein, natürlich nicht) – herhalten. Auch jetzt noch mal: Entschuldigung an Köln! Abgesehen von diesem doch auch glimpflich verlaufenen Vorfall, war das Spiel allerdings von Fairness und angemessener Freundschaftlichkeit geprägt. Zwar kam das Team ORANGE nicht richtig ins Spiel, hatte keine Auswechselspielerinnen und verlor letztlich hochhaushoch, doch der Stimmung in der Gruppe konnte das keinen Abbruch tun. Leider kam diese gute Stimmung lediglich aus eigener Kraft - Die Ausstrahlung der Cheer-men am Rande des Spielfeldes kam dagegen der einer Gruppe leicht Zerstreuter gleich, die sich in Zeitlupentempo fragen: „Kennen wir die Spielerinnen dort auf dem Feld und wieso wird Frauenfußball hier mit Schläger gespielt? ;) Sorry Jungs, aber da ist wirklich noch viel Training nötig!!! Trozt allem probierten wir diese Trägheit seitens der Jungs durch unser Anfeuern bei ihnen wieder zu kompensieren und hoffen auf eine Erkenntlichkeit bei den nächsten Spieltagen. Auch das zweite Damen-Spiel gegen den West-Mix kam objektiv einem Schach Matt in zwei Zügen gleich. Mädels, die Selbstironie bitte nicht falsch verstehen!!! Die Spiele waren alles andere als totale Niederlagen. Vieles ist super gelaufen und die Fehler der diesjährigen Saison können uns nur als Grundlage für unsere steile Lax-Karriere im nächsten Jahr dienen ;) !!! Eine Spielerin hat sich bei dem Spieltag besonders hervorgetan: und zwar unser goaly Alena. Wollte sie doch nur das Spiel als Zuschauerin verfolgen, stellte sie sich trotz ihrer Krankheit tapfer ins Tor und wehrte zahllose Bälle ab, als täte sie dies nicht zum ersten, sondern zum 100. Mal!!! An dieser Stelle ein riesen Applaus für Alena!!!

 

Leider war der Spieltag jedoch schon der Letzte der Saison. Aber es stehen ja noch einige Turniere im Sommer aus, bei denen unsere zum großen Teil aus neuen Spielerinnen bestehende und aus vier Vereinen zusammen gewürfelte Mannschaft hoffentlich weitere Spielerfahrung und Teamspirit aufbauen kann. In diesem Sinne: YEAH, GO ORANGE!!!

Konnte weder das Herren- noch das Damenteam sich tagsüber während der Spiele als Sieger behaupten, so schafften sie es abends dafür umso erfolgreicher und eindeutiger!!! (Nochmals an alle, die sich nicht länger als einen Tag vom geliebten Passau trennen konnten: LEUTE-LEUTE, WAS HABT IHR DA NUR VERPASST ;) !!!). Ausgelassen tanzte das Team zu Hip Hop, Oldies, Techno, Rock, und diversen andern Musikrichtungen. Tja- der DJ meinte es eben gut mit uns und hatte für jeden etwas dabei ;) !!! Als uns dann zu früher Morgenstunde das plötzliche Schweigen der Boxen und das Erstrahlen des Neonlichtes dezent zum Aufbruch bewegten, ging es zur Wohnung unserer bezaubernden Gastgeberin Bera, die sich hingebungsvoll vor der Party darum gekümmert hatte, einem jeden eine komfortable Schlafgelegenheit zu verschaffen.

 

Liebe Bera, an Dich und Deine Mutter noch mal ein herzliches Dankeschön von uns allen, die bei Dir so spontan einfallen durften und sich bei Dir sooo willkommen und wohl gefühlt haben!!! Der `lustige Haufen´ hat hoffentlich nur einen guten Eindruck hinterlassen ;) !!!

 

So fiel es niemandem schwer, bei Bera angelangt schnell im Tiefschlaf zu versinken und den Tag in süßen Träumen revu passieren zu lassen (Klapp- Äuglein zu- …weg waren sie!!!). Auch der Morgen begann für den ein oder anderen zuckersüß ;). Bei einem leckeren Frühstück –mehr oder weniger ausgeschlafen und mehr oder weniger ver(muskel)katert - wurde geschmaust und erzählt und blaue Flecken wurden gezählt, bevor es für die Jungs – mit einigem Ausfall- noch einmal zum Spielplatz ging.

 

Schließlich ging es im Zickzack wieder gen Südosten. Auch das von neun Hungrigen ersehnte Burger King zeigte sich nach einer km-langen Durststrecke wie eine Fata Morgana. Ganz benommen von Durst und Hunger halfen sich die Spieler - eng zusammengewachsen - gegenseitig aus und jeder durfte bei jedem seinen Strohalm reinstecken. Nach Zwischenstopp in München mit diversen Wohnungsbesichtigungen und Autobahnumleitungen kam der harte Kern endlich um 22.30h nach acht Stunden Fahrt müde aber zufrieden in Passau an.

 

Caroline Zeppenfeld